Regionaltagung
«Wettbewerbsfähig durch betriebsnahe Qualifizierung»
am 21. Oktober 2004 in Ilshofen

veranstaltet von der bfz Bildungsforschung Nürnberg gemeinsam mit den Regionalbüros für berufliche Fortbildung der Argen Main-Tauber, Hohenlohe, Schwäbisch Hall, Heilbronn, der Argen Ostalbkreis und Heidenheim, sowie der Lernenden Region Schwäbisch Hall - Ansbach.

Tagungseindrücke aus Ilshofen

Begrüßung und Themeneinführung

Annette Wolf, Regionalbüro für berufliche Fortbildung der Argen Main-Tauber, Hohenlohe, Schwäbisch Hall, Heilbronn führte in die Problematik ein:
«Der Anspruch An- und Ungelernte weiter zu qualifizieren wird widersprüchlich wahrgenommen. Auf der einen Seite ist das Thema aufgrund des demographischen Wandels und des sich abzeichnenden Mangels an Fachkräften in aller Munde. Auf der anderen Seite zeigen Betriebe und auch die Betroffenen oft noch geringes Interesse.»

Heinz Kastenholz, prognostizierte für die Lernende Region Schwäbisch Hall - Ansbach:
«In der in der Region Schwäbisch Hall - Ansbach ist die Arbeitslosigkeit bei An- und Ungelernten schon heute doppelt so hoch wie bei qualifizierten Fachkräften und in Zukunft werden noch mehr Stellen in diesem Bereich wegfallen.»

Christa Oberth, bfz Bildungsforschung:
«Es wird häufig übersehen, dass An- und Ungelernte ein wertvolles Potenzial für Unternehmen sein können. Um dies zu entfalten, ist eine bedarfsgerechte Qualifizierung notwendig. Wir stellen bewährte Qualifizierungsmodelle vor, die zur Nachahmung anregen sollen.»

Qualifikationsanforderungen in Unternehmen der Region

Gesine Finkelmann, Armaturenfabrik Franz Schneider GmbH & Co. KG, Nordheim beschrieb aktuelle Qualifikationsanforderungen (PDF, 21.9 KB) in ihrem Unternehmen:
«Seit Anfang der 90er Jahre fand bei uns eine massive Technisierung und Rationalisierung statt, damit verbunden war der Wegfall einfacher Arbeitsplätze. Ein Maschinenbediener muss beispielsweise heute mit verschiedenen Maschinen umgehen können, er behebt kleinere Störungen selbst und übernimmt auch Aufgaben der Qualitäts- und Maßkontrolle. Die Produktionsabläufe legen großen Wert auf die Motivation und Flexibilität der Mitarbeiter.»

Kernelemente bedarfsgerechter Qualifizierungen

  • Modularisierung
  • Arbeitsintegriertes Lernen
  • Zertifizierung

Vortrag (PDF, 279.6 KB) Ursula Krings, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH:
«Durch den Modulschnitt, der die betrieblichen Tätigkeitsbereiche abbildet, kann auf die vorhandenen beruflichen Vorerfahrungen der Teilnehmer aufgebaut werden.»

Gesprächsrunde: Erfolgsfaktoren für die Qualifizierung von An- und Ungelernten

Das vorgestellte Qualifizierungskonzept ist am Berufsbild Kauffrau für Bürokommunikation erprobt worden und wurde mit an- und ungelernten arbeitslosen Frauen durchgeführt. Vom beteiligten Bildungsträger, dem bfz in Nürnberg erzählte Kerstin Viktorin von ihren Erfahrungen. Angela Reisz (Dr. Städtler GmbH, Nürnberg) beleuchtete das Konzept aus der Perspektive einer ehemaligen Teilnehmerin und Irmgard Kneißl (Lucent Technologies, Nürnberg) berichtete als Vertreterin eines Unternehmens, das an der Qualifizierung beteiligt war.

Markus Scheffler von der GETRAG Getriebe- und Zahnradfabrik Hermann Hagenmeyer GmbH & Cie KG, Untergruppenbach steuerte Erfahrungen aus Sicht eines Unternehmens bei, das ein ähnliches Konzept in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Bildungsanbieter berufbegleitend verwirklicht hatte.

Zu den aktuellen Fördermöglichkeiten von Qualifizierungsmaßnahmen für An- und Ungelernte nahmen Elmar Zeller von der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall und Klaus Koch vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg Stellung.

Klaus Koch stellte drei aktuell laufende Förderprogramme für kleine und mittlere Unternehmen vor. Betriebe werden hier unterstützt, wenn sie Qualifizierung für ältere Beschäftigte oder für An- und Ungelernte anbieten. Das dritte Programm bezieht sich auf die Vermittlung von Kulturtechniken für nicht deutschsprachige Beschäftigte.

Ausschnitte aus der Gesprächsrunde (PDF, 27.5 KB).

Genauere Informationen zu den Förderbedingungen des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg finden Sie auf dem Informationsflyer (PDF, 248.7 KB) und auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg.

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