Regionaltagung
«Wettbewerbsfähig durch betriebsnahe Qualifizierung»
am 4. November 2004 im Haus der Wirtschaft Karlsruhe

veranstaltet von der bfz Bildungsforschung Nürnberg gemeinsam mit den Regionalbüros für berufliche Fortbildung der Argen Bruchsal, Karlsruhe und Baden-Baden/LK Rastatt, der Argen Esslingen und Göppingen, der Argen Mühlacker, Pforzheim und Calw, sowie der Argen Heidelberg, Mannheim, Neckar-Odenwald und Sinsheim.

Tagungseindrücke aus Karlsruhe

Begrüßung und Themeneinführung

Ute Braun, Regionalbüro für berufliche Fortbildung der Argen Karlsruhe, Baden-Baden/LK Raststatt:
«Dieses Thema ist wichtig, weil der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften steigen wird, während die Beschäftigungsmöglichkeiten für An- und Ungelernte immer weiter abnehmen werden. Infolge der demographischen Entwicklung wird aber künftig das Arbeitskräftepotenzial erheblich schrumpfen. Arbeits- und insbesondere Fachkräfte werden in nicht allzu ferner Zukunft zur Mangelware werden. Schon heute haben die Unternehmen in einigen Bereichen erhebliche Probleme, ihren Fachkräftebedarf zu decken. Angesichts dieser Entwicklungen können Unternehmen es sich nicht leisten, das vorhandene Potenzial an Mitarbeitern brach liegen zu lassen.»

Christa Oberth, bfz Bildungsforschung:
«Es geht uns darum regionale Netzwerke aufzubauen, um das Thema Qualifizierung von An- und Ungelernten wieder mehr ins Blickfeld zu rücken. Wir wollen zeigen, dass An- und Ungelernte bei entsprechender Qualifizierung einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten können.»

Qualifikationsanforderungen in Unternehmen der Region

Uwe Gleich, John Deere Werke, Mannheim beschrieb die Qualifikationsanforderungen (PDF, 20.4 KB) in seinem Unternehmen:
«Die Arbeitsorganisation bei uns hat sich gravierend verändert. Wir haben Gruppenarbeit eingeführt, die Mitarbeiter müssen jetzt komplexere Arbeitsgänge verrichten. Der praktische Teil der Weiterqualifizierung findet heute auf Lerninseln statt. Die Teilnehmer arbeiten dabei jedoch an einem realen Auftrag und können so alle Schritte der Produkterstellung kennen lernen.»

Kernelemente bedarfsgerechter Qualifizierungen

  • Modularisierung
  • Arbeitsintegriertes Lernen
  • Zertifizierung

Vortrag (PDF, 277.3 KB) von Herbert Rüb, INBAS GmbH Hamburg:
«Modularisierung ermöglicht sowohl ein flexibles Eingehen auf die aktuellen Bedarfe des Betriebs, als auch durch den Bezug zum Berufskonzept den Berufsabschluss.»

Gesprächsrunde: Erfolgsfaktoren für die Qualifizierung von An- und Ungelernten

Das vorgestellte Qualifizierungskonzept ist am Berufsbild Kauffrau für Bürokommunikation erprobt worden und wurde mit an- und ungelernten arbeitslosen Frauen durchgeführt. Vom beteiligten Bildungsträger, dem bfz in Nürnberg erzählte Kerstin Viktorin von ihren Erfahrungen. Angela Reisz (Dr. Städtler GmbH, Nürnberg) beleuchtete das Konzept aus der Perspektive einer ehemaligen Teilnehmerin und Irmgard Kneißl (Lucent Technologies, Nürnberg) berichtete als Vertreterin eines Unternehmens, das an der Qualifizierung beteiligt war.

Günther Smekal von der GETRAG Getriebe- und Zahnradfabrik Hermann Hagenmeyer GmbH & Cie KG, Untergruppenbach steuerte Erfahrungen aus Sicht eines Unternehmens bei, das ein ähnliches Konzept in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Bildungsanbieter berufbegleitend verwirklicht hat.

Zu den aktuellen Fördermöglichkeiten von Qualifizierungsmaßnahmen für An- und Ungelernte nahmen Pietro Turri von der Agentur für Arbeit Bretten und Klaus Koch vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg Stellung.

Klaus Koch stellte drei aktuell laufende Förderprogramme für kleine und mittlere Unternehmen vor. Betriebe können hier Unterstützung für die Qualifizierung älterer Beschäftigter oder An- und Ungelernter beantragen. Das dritte Programm bezieht sich auf die Vermittlung von Kulturtechniken für nicht deutschsprachige Beschäftigte.

Ausschnitte aus der Gesprächsrunde (PDF, 29.4 KB).

Genauere Informationen zu den Förderbedingungen des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg finden Sie auf dem Informationsflyer (PDF, 248.7 KB) und auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg.

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