Christa Oberth, bfz Bildungsforschung:
«Der Engpass auf dem Ausbildungsstellenmarkt sowie der beständige Anstieg der Arbeitslosenzahlen hat in der letzten Zeit - insbesondere für An- und Ungelernte - zu einer Verschlechterung der Chancen auf Beschäftigung geführt. Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit vom September 2003 liegt der Anteil der Geringqualifizierten unter den Arbeitslosen bundesweit bei 34,4 %, bayernweit bei 36,3 %. Es besteht die Gefahr, dass sie zu dauerhaften Verlierern des Arbeitsmarktes werden. Wir wollen zeigen, dass An- und Ungelernte bei entsprechender Qualifizierung einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten können. Im Rahmen der Veranstaltung stellen wir bewährte Qualifizierungsmodelle vor, die zur Nachahmung anregen sollen.»
Vortrag (PDF, 247.2 KB) Dominique Dauser, bfz Bildungsforschung:
«Das Lernen an echten Aufträgen ist für die Teilnehmenden sehr motivierend und eröffnet Lernchancen, die der beste Unterricht nicht bieten kann. Gerade auch Teilnehmer, die im normalen Unterricht nicht immer die besten Leistungen bringen können, erfahren sich in der Praxis als leistungsfähig und finden im Betrieb auch Anerkennung für ihr Können.» und
Vortrag (PDF, 141.8 KB) Ursula Krings, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH:
«Zertifikate dienen der Feststellung, Bewertung und Anerkennung von Qualifikationen. Dies ist für Betriebe und für Teilnehmende gleichermaßen wichtig. Durch eine inhaltliche und tätigkeitsorientierte Beschreibung kann die Aussagekraft von Zertifikaten erheblich erhöht werden.»
Der technologische und wirtschaftliche Wandel hat in den letzten Jahren auch vor einfacher Arbeit nicht Halt gemacht. Arbeitsplätze für klassische Hilfstätigkeiten sind zunehmend verschwunden und, wo dies nicht der Fall ist, hat sich deren Charakter geändert. Diese Entwicklung wurde beispielhaft von Sabine Munteanu, Vertreterin der DATEV e.G., im Rahmen der Gesprächsrunde skizziert. Sie schilderte, wie sich durch den Einsatz neuer Maschinerie im Produktionsbereich die Anforderungen an die dort beschäftigten an- und ungelernten Mitarbeiter geändert haben und welche Konsequenzen sich daraus für die Personalentwicklung des Unternehmens ergeben haben. Die Ausführungen Sabine Munteanus konnte Lutz Galiläer (Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH) durch wichtige Ergebnisse seiner Untersuchung zum Thema Früherkennung von Qualifikationserfordernissen (PDF, 1336.0 KB) bei einfacher Arbeit ergänzen.
Ihre praktischen Erfahrungen steuerten die Beteiligten einer Nachqualifizierung für An- und Ungelernte bei. Die Nachqualifizierung basierte auf dem, im Rahmen der Veranstaltung vorgestellten, modularen und betriebsnahen Qualifizierungskonzept. An- und ungelernte arbeitslose Frauen wurden zu Kauffrauen für Bürokommunikation weitergebildet. Vom beteiligten Bildungsträger, dem bfz Nürnberg, erzählte Kerstin Viktorin von ihren Erfahrungen. Angela Reisz (Dr. Städtler GmbH, Nürnberg) und Petra Schmörer (Allcolor GmbH, Abenberg) beleuchteten das Konzept aus der Perspektive ehemaliger Teilnehmerinnen. Frau Kneißl (Lucent Technologies, Nürnberg) und Jürgen Halbig (Allcolor GmbH, Abenberg) berichteten als Vertreter verschiedener Unternehmen, die an der Qualifizierung beteiligt waren. Sie illustrierten aus ihrer jeweiligen Perspektive die Vorteile und Anforderungen dieses Konzepts.
Zu den aktuellen Fördermöglichkeiten von Qualifizierungsmaßnahmen für An- und Ungelernte nahm Jürgen Rößner von der Agentur für Arbeit Nürnberg Stellung.
Ausschnitte aus der Gesprächsrunde (PDF, 36.7 KB).
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