«Wettbewerbsfähig durch betriebsnahe Qualifizierung»
Regionaltagungen in Bayern

Die Qualifikationsanforderungen in Unternehmen haben sich seit Anfang der 90er Jahre erheblich geändert. Ob neue Maschinerie oder Veränderungen in der Arbeitsorganisation – in allen Fällen sind heute Mitarbeiter in den Unternehmen gefordert, diese Innovationen mitzutragen. Gelingen kann dies jedoch nur durch systematische Qualifizierung von Mitarbeitern auch unterhalb der Facharbeiterebene.
Welche Faktoren dabei zu berücksichtigen sind und wie erfolgreiche Qualifizierungsmodelle in der Praxis umgesetzt werden können, war Thema auf zwei Regionaltagungen für Unternehmen und Bildungsträger in Bayern.

Tagungseindrücke

«Es geht uns darum, bundesweit regionale Netzwerke aufzubauen, um das Thema Qualifizierung von An- und Ungelernten wieder mehr ins Blickfeld zurücken», betonte Christa Oberth von der bfz Bildungsforschung in ihrem Eingangsstatement. Durch die Diskussion über die Ausbildungsmisere und die intensiven Bemühungen Jugendliche in Ausbildung zu bringen, ist das Thema Weiterqualifizierung in der letzten Zeit immer mehr in den Hintergrund gerückt. Deutlich wird dies auch am Rückgang von Weiterbildungsmaßnahmen für An- und Ungelernte, die auf einen längeren Zeitraum angelegt sind, wie z.B. Qualifizierungen, die zu einem anerkannten Berufsabschluss führen.

Auch verhalten sich viele Unternehmen immer noch eher zurückhaltend was die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter unterhalb der Facharbeiterebene angeht. «Dabei wird übersehen, dass das Wissen und Können An- und Ungelernter zu einem wichtigen Erfolgsfaktor für das Unternehmen werden kann», so Christa Oberth. «Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt An- und Ungelernte weiter zu qualifizieren.» Voraussetzung dafür sind geeignete Qualifizierungskonzepte, die sowohl die Bedingungen dieser Zielgruppe berücksichtigen, als auch der betrieblichen Praxis gerecht werden. Vielen Unternehmen fehlt es jedoch auch an Wissen und Strategien, wie entsprechende Maßnahmen initiiert und umgesetzt werden können. «Netzwerkarbeit bedeutet hier für uns, Unternehmen und Bildungsträger zusammenzubringen, um auf der Grundlage geeigneter Förderprogramme den Boden für eine Umsetzung von Qualifizierung für An- und Ungelernte zu bereiten», resümierte Christa Oberth.

Ziel der Veranstaltungen war es, erprobte und erfolgreiche Qualifizierungskonzepte bekannt zu machen. Vertreter regionaler Unternehmen, Bildungsträger, Arbeitsagenturen und weitere Experten aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung diskutierten Qualifizierungsstrategien und deren Umsetzbarkeit im regionalen Kontext. In interessanten Beiträgen wurden gelungene Verfahren vorgestellt, die zur Nachahmung anregen sollen.

Nürnberg | Rosenheim