«Wettbewerbsfähigkeit sichern – Qualifizierungspotenziale erschließen»
Regionaltagungen in Sachsen

Der Osten Deutschlands gehört aufgrund seiner Rahmenbedingungen inzwischen zu einem der attraktivsten Wirtschaftsstandorte in Europa. Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung haben nicht zuletzt die vielen kleinen und mittleren Unternehmen. Diese positive Entwicklung verdankt sich vor allem dem großen Engagement einer Generation gut qualifizierter Facharbeiter, Ingenieure und Führungskräfte. Diese Generation wird jedoch in absehbarer Zeit nicht mehr in dem Maße zur Verfügung stehen. Zahlreiche Studien belegen, dass das Ausscheiden von gut qualifizierten Altersjahrgängen aus dem Erwerbsleben, bei einem gleichzeitigen Rückgang der jungen nachrückenden Generation, mittelfristig zu einem Fachkräftemangel führen kann.
Mittlerweile gibt es eine Reihe guter Konzepte zur Erschließung der Bildungspotenziale Jugendlicher sowie Erwerbsloser ohne Berufsabschluss oder marktgerechte Qualifikation, die dieser Entwicklung schon jetzt begegnen wollen. Welche Faktoren dabei zu berücksichtigen sind und wie erfolgreiche Qualifizierungsmodelle in der Praxis umgesetzt werden können, war Thema auf der Regionaltagung für Unternehmen, Schulen und Bildungsträger in Zwickau.

Tagungseindrücke aus Sachsen

«Es geht uns darum aufzuzeigen, wie eine systematische, vorausschauende und bedarfsgerechte Bildung und Weiterbildung dazu beitragen kann, drohend Engpässe bereits im Vorfeld zu vermeiden und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu sichern», betonte Christa Oberth von der bfz Bildungsforschung in ihrem Eingangsstatement. Viele Unternehmen sehen jedoch derzeit noch keinen Handlungsbedarf in die Qualifizierung von Mitarbeiter/innen zu investieren, da die momentane Ausbildungs- und Arbeitsmarktlage für die Rekrutierung von Auszubildenden und Fachkräften günstig ist.

«Dabei werden die Probleme, die der demographische Wandel mit sich bringen kann, übersehen», so Christa Oberth. «Wir möchten zeigen, dass es für den zukünftigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit wichtig ist, dass Unternehmen Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf sowie Erwerbslose ohne Berufsabschluss oder marktgerechte Qualifikation unterstützen». Voraussetzung dafür sind geeignete Konzepte, die sich an der betrieblichen Praxis ausrichten und auf die Erfordernisse der Zielgruppen zugeschnitten sind. «Das Netzwerk will Unternehmen, Schulen und Bildungsdienstleister der Region zusammenbringen, um auf der Grundlage geeigneter Förderkonzepte den Boden für eine nachhaltige Umsetzung von Berufsorientierungs- und Weiterbildungsstrategien zu bereiten», resümierte Christa Oberth.

Ziel der Veranstaltung war es, erprobte und erfolgreiche Qualifizierungskonzepte für An- und Ungelernte sowie Konzepte zur Vorbereitung Jugendlicher auf das Arbeitsleben bekannt zu machen. Vertreter regionaler Unternehmen, Bildungsträger, Schulen, Arbeitsagenturen und andere Experten aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung diskutierten die Problematik des demographischen Wandels, Qualifizierungsstrategien und deren Umsetzbarkeit im regionalen Kontext. In interessanten Beiträgen wurden gelungene Beispiele vorgestellt, die zur Nachahmung anregen sollen.

Zwickau